nanopool und IHK bilden saarländische Bergleute zu Nanotechnikern aus

Deutschlandweit erster Zertifikatslehrgang in neu geschaffenem Berufszweig vor erfolgreichem Abschluss

Hülzweiler/Saarbrücken. Im Rahmen einer bundesweit einmaligen Zusammenarbeit bildet die Firma Nanopool aus Hülzweiler derzeit gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) des Saarlandes 14 Nanotechniker aus. Für den ersten Zertifikatslehrgang in dem neu geschaffenen Berufszweig waren Unternehmer aus ganz Deutschland, der Türkei und Ägypten ausgewählt worden. Auch zwei saarländische Bergleute wurden in dem Kurs weiterqualifiziert und werden an diesem Samstag im RAG-Bildungszentrum Volklingen-Fenne ihre Zertifikatsprüfungen ablegen. ,,Wir wollen mit dieser Spezial-Ausbildung auch einen Beitrag zum Strukturwandel in unserem Land leisten“, sagt Nanopool- Geschaftsführer Sascha Schwindt. So hatten die beiden Bergleute bereits unterschriftsreife Vertrage vorliegen, um als Nanotechniker bei Firmen in Luxemburg und im Saarland zu arbeiten.

Das 2002 gegründete Familienunternehmen Nanopool hat sich auf die Veredelung von Oberflächen mittels ultradünner Schichten aus flüssigem Siliziumdioxid (Quarzsand) spezialisiert. Diese Schichten schützen vor Schmutz, Schimmel oder auch Graffiti und helfen, Reinigungskosten zu sparen. Mit der patentierten  Technologie lässt sich nahezu alles veredeln: Kunststoff, Textilien, Glas, Mobel, Edelstahl – in Schwimmbädern, Restaurants, Fabriken oder Supermärkten. Auch Denkmalschützer setzen inzwischen auf die Produkte aus dem Saarland: Vor wenigen Monaten wurde Nanopool beauftragt, in der türkischen Hauptstadt Ankara die Grabstätte des Staatsgründers Atatürk zu schützen.

Weil die Anwendung der Nanotechnologie Kenntnisse und Fertigkeiten erfordert, die nur teilweise aus anderen Berufen bekannt sind, hat Nanopool die Möglichkeit und die Notwendigkeit erkannt, diese Kenntnisse selbst zu vermitteln. In Kooperation mit der IHK wurde ein aus neun Modulen zusammengesetzter Lehrgang konzipiert, der von der Geschichte der Nanotechnologie über Grundbegriffe der Chemie, Anforderungen der Lebensmittelhygiene bis hin zu Reinigungstechniken, Einsparpotenzialen und der praktischen Anwendung des erworbenen Wissens alles abdeckt, um die Produkte optimal einsetzen zu konnen.

,,Wir wollen diese Innovation vom Saarland aus in die Welt hinaustragen“, sagt Geschaftsführer Schwindt, der kurz vor dem Ende des ersten Lehrgangs bereits den nächsten im November fest im Blick hat. Anfang des Jahres startet zudem ein Kurs in englischer Sprache – mit Teilnehmern unter anderem aus Irland, England, Serbien, Lettland und Zypern.

 

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