Technologie aus dem Saarland schützt Atatürk-Mausoleum vor dem Verfall

Nanopool GmbH aus Hülzweiler erhält Großauftrag für das Grabmal des türkischen Staatsgründers

Hülzweiler/Ankara. Mit einem ungewöhnlichen Auftrag sorgt die Nanopool GmbH aus Hülzweiler in der türkischen Hauptstadt Ankara für Aufsehen. Das hochspezialisierte Familienunternehmen wurde von der türkischen Denkmalbehörde beauftragt, das Mausoleum des Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk mit einem neuartigen Oberflächenveredelungsverfahren vor Schmutz und Beschädigung zu schützen.

Das 1953, fünfzehn Jahre nach Atatürks Tod, fertiggestellte Grabmal zählt zu den bedeutendsten Bauwerken der Türkei und zog allein im vergangenen Jahr mehr als 12,5 Millionen Besucher an. Zur Anlage gehören mehrere Museen, in denen auch persönliche Gegenstände des „Vaters der Türken“ ausgestellt sind, von denen einige ebenfalls von Nanopool behandelt werden.

Das saarländische Unternehmen wird rund 750.000 Quadratmeter Fläche mit einer ultradünnen Schicht aus flüssigem Siliziumdioxid (Quarzsand) veredeln, die speziell für die Anforderungen der Denkmalpflege entwickelt wurde. Die 260 Meter lange sogenannte Löwenstraße sowie zahlreiche Skulpturen und Säulen aus weißem Kalkstein wurden bereits behandelt.

„Jahrzehntelang haben wir weltweit nach geeigneten Produkten zum Schutz unserer antiken Stätten gesucht – jetzt haben wir eine Lösung, die unseren sehr hohen Ansprüchen gerecht wird“, sagt Halil Eskici, Archäologe an der Universität Izmir und Generalkoordinator des Projekts.

Nanopool hat inzwischen auch Teile einer Ausgrabungsstätte in Zentralanatolien veredelt. Dort erhielten 4.000 Jahre alte Lehmziegel eine Schutzschicht. „Unser Ziel ist es, möglichst viele der mehr als 130 archäologischen Ausgrabungen in der Türkei auf diese Weise zu schützen“, erklärt Eskici. Nanopool-Geschäftsführer Sascha Schwindt ist überzeugt, dass die Technologie aus dem Saarland schon sehr bald an vielen weiteren Orten zum Einsatz kommen wird: „Mit unseren Produkten können wir einen Beitrag zum Erhalt der wertvollsten Kulturstätten der Welt leisten.“ Anfragen aus Ägypten und Italien lägen bereits vor, so Schwindt.