Glasartiger Schutz für „Stolpersteine“

Stadt_Salzburg-Karl_Schupfer-StolpersteineDie „Stolpersteine“ in der Stadt Salzburg werden nun mit einem harten und glasartigen Überzug gegen Beschmierungen und Beschädigungen geschützt. Die Kleindenkmäler im Straßenbelag erinnern an Wohnhäuser jener, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden.

Das Personenkomittee „Stolpersteine“ in der Stadt Salzburg hat nun die Firma Nanopool als Sponsor gewonnen. Diese überzieht in den nächsten Wochen alle bisher verlegten 227 „Stolpersteine“ in der Stadt Salzburg mit der hartglasartigen Spezialmasse, die vor Vandalismus und Beschmierungen schützt.

Hilfe als Sponsoring

Die Firma hat mit ihren Produkten bereits 17 Autobahntunnel, unzählige Häuserwände, Radboxen und Stromkästen sowie Oberflächen im städtischen Kindergarten beim Gebirgsjägerplatz gegen Verunreinigungen resistent gemacht. Ab nächster Woche werden auch alle 227 „Stolpersteine“ in der Stadt Salzburg von Nanopool versiegelt. Verrechnet wird dafür nichts. „Stolpersteine“ zur Erinnerung an Mordopfer der Nationalsozialisten gibt es mittlerweile in vielen europäischen Städten und Gemeinden.

Basis mit Quarzsand & Wasser

Wie funktioniert nun deren Schutz? „Zunächst führen wir eine Grundreinigung durch. Dann wird die Oberfläche mit einer patentierten Flüssigkeit veredelt. Ihre Basis sind Sand und Wasser. Es entsteht eine Art atmungsaktive Folie – wie aus Glas. Alles, was molekular größer als Wasserdampf ist, kann dann nicht mehr durchdringen“, sagt Geschäftsführer Thomas Schmid. Die Verunreinigungen, Beschädigungen und Beschmierungen von „Stolpersteinen“ bezeichnet er als „Sauerei, gegen die man etwas tun muss.“

Bürgermeister: „Straftaten regen mich sehr auf“

Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) betont, mit der neuen Beschichtung könnten solche Straftaten zwar nicht ganz verhindert werden: „Wir bringen die Verschmutzungen
aber leichter wieder weg als bisher. Obwohl schon Täter gefasst wurden, regt mich das immer noch sehr auf. Denn hier werden Opfer des Nationalsozialismus, denen unser ganzes Mitgefühl gehören müsste, erneut in den Dreck gezogen. Das ist einer Stadt wie Salzburg nicht würdig!“

Baustadträtin Claudia Schmidt (ÖVP) freut sich, dass die neue Technologie nun auch für die „Stolpersteine“ zur Verfügung steht – neben anderen Einsatzbereichen beim städtischen Bauen und Reinigen: „Mitarbeiter des Bauhofes tun sich auch bei anderen Objekten viel leichter, verschmutzte Oberflächen zu reinigen.“

Quelle: https://salzburg.orf.at/news/stories/2615757